A wie Apsaras... die himmlischen Tänzerinnen Kambodschas
Wie andere außergewöhnliche Wesen wurden die Apsaras beim Quirlen des Milchmeers geboren, einem Ereignis aus einem der wichtigsten und ältesten Mythen der hinduistischen Kosmologie.
Wie andere außergewöhnliche Wesen wurden die Apsaras beim Quirlen des Milchmeers geboren, einem Ereignis aus einem der wichtigsten und ältesten Mythen der hinduistischen Kosmologie.
Vom Mythos zur Wirklichkeit...
In Stein gemeißelt in Angkor Wat, waren sie einst lebendig in der kaiserlichen und heiligen Stadt...
Vor fünfzehnhundert Jahren aus Indien angekommen, werden "Jene, die auf dem Wasser gleiten", auf Sanskrit als Nymphen von großer Schönheit beschrieben, die aus den Wassern auftauchten, um Männer zu verführen. Ihre anmutigen Gestalten präägten sich in die Khmer-Architektur ein, als die Stadt Angkor eine kaiserliche Hauptstadt war, und in Stein gemeißelt in den Flachreliefs von Angkor Wat bezaubern einige von ihnen bis heute viele Besucher...
Die Angkor-Zivilisation kannte unzählige lebendige Apsaras, denn hunderte, wenn nicht tausende Mädchen, die für ihre Schönheit ausgewählt wurden, wurden damals in dieser Kunst geschult, um zu Botschafterinnen der Könige bei Göttern und Ahnen zu werden. Sich über Jahrhunderte entwickelnd, wurde ihre Disziplin zum klassischen Khmer-Tanz und 2008 wurde das Königliche Ballettensemble Kambodschas von der UNESCO in das immaterielle Kulturerbe der Menschheit aufgenommen.
Zwischen Liebe und Haß...
(*) Bopha Devi, Prima Ballerina mit 15 Jahren / Königliche Archive Kambodschas.
Die Apsara-Tänze sind berühmt dafür, das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen darzustellen und umfassen über viertausend Positionen, die zu beherrschen sind. Neun bis zwölf Jahre intensiven Trainings sind notwendig, bevor ein Mädchen als "Himmlische Tänzerin" angesehen werden kann.
1942 heiratete der junge König Norodom Sihanouk die Primaballerina des königlichen Kambodscha-Balletts, Neak Moneang Phat Kanhol, und aus dieser Verbindung ging die Prinzessin Norodom Bopha Devi im folgenden Jahr hervor. Das Kind wurde schon früh von seiner Großmutter väterlicherseits, der Königin-Mutter Sisowath Kossamak, dazu bestimmt, eine außergewöhnliche Tänzerin zu werden. Mit fünfzehn Jahren zur Prima Ballerina ernannt, erhielt das junge Mädchen drei Jahre später den Titel der prima ballerina assoluta. Sie bereiste daraufhin die Welt mit dem Königlichen Ballettensemble, das zuvor nur für Hoheiten getanzt hatte, bei Zeremonien zu Ehren der Götter und der dynastischen Ahnen.
Die besondere Stellung dieser Tänzerinnen schützte sie jedoch nicht vor den Gräueltaten des Regimes der Roten Khmer. Von 1975 bis 1979 wurden ein Drittel der Bevölkerung des Landes – vorrangig Künstler, buddhistische Mönche und Intellektuelle – ausgelöscht.
Die Rückkehr zum Leben und die Gestaltung einer Zukunft...
Chap Chamroeun Tola, Prima Ballerina des Königlichen Ballettensembles Kambodschas / Phnom Penh Post.
In Phnom Penh kam Anfang der 1980er Jahre die Universität für Schöne Künste Kambodschas, so ausgeplündert und zerstört wie alle Institutionen des Landes, dennoch wieder zum Leben und öffnete dank weniger Überlebender aus früheren Generationen ihre Türen für neue Schülerinnen. Zwölf weitere Jahre vergingen, bevor die Wiedergeburt des Königlichen Ballettensembles Kambodschas zu erleben war, insbesondere dank der unermüdlichen Arbeit der Prinzessin Bopha Devi.
Die Prinzessin Norodom Bopha Devi, die nach Paris flüchtete, um dem Genozid zu entkommen, wurde von 1998 bis 2004 zur Kulturministerin ernannt. Mit fünfzehn Jahren zur Prima Ballerina (*) ernannt, verfolgt sie die Apsaras des Königlichen Ballettensembles Kambodschas bis heute genau (**) und verkörpert wohl für immer den Eintritt einer jahrtausendealten Kunstform in das 21. Jahrhundert und die Nachwelt...
Ein Interview mit der Prinzessin Norodom Bopha Devi und anderen Akteuren des Königlichen Ballettensembles Kambodschas während einer Tournee in Hong Kong finden Sie ebenso wie das letzte Foto in einem Artikel (auf Englisch) aus dem Post Magazine vom September 2017.
Auf diesem Blog finden Sie auch die Geschichte des fabelhaften Schicksals einer anderen Prinzessin des Khmer-Reiches, die zur Königin-Mutter Kambodschas wurde.




